15.04.2014
SchülerInnen bestimmen aus Gesteinsproben das Magnetfeld vor mehr als einer Million Jahren
SchülerInnen aus Innsbruck, Tamsweg und Graz messen und analysieren im Rahmen eines wissenschaftlichen Projektes der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) das Magnetfeld der Erde und die Auswirkungen von Sonnenstürmen.
Letzten Freitag bestimmten die SchülerInnen im steirischen Vulkanland aus Gesteinsproben, wie das Magnetfeld der Erde vor etwa ein bis zwei Millionen Jahren ausgerichtet war. Unterstützt wurden sie dabei von ExpertInnen der ZAMG, der MontanUni Leoben und vom Landesgeologen der Steiermark. Das Projekt „Sparkling Geomagnetic Field“ findet im Rahmen von „Sparkling Science“ statt, einer Initiative des BMWFW, die Forschungseinrichtungen und Schulen vernetzt.
An „Sparkling Geomagnetic Field“ nehmen das Akademische Gymnasium Graz, das Gymnasium Tamsweg und das BG Sillgasse Innsbruck teil. „Das Ziel ist, das Magnetfeld der Erde zu verstehen“, sagt der Projektleiter Roman Leonhardt von der ZAMG, „es ist zwar für uns unsichtbar, aber fundamental wichtig für unser Leben. Außerdem können Sonnenstürme das Magnetfeld der Erde so stören, dass Telekommunikations- und Navigationssysteme ausfallen.“
Im Rahmen des Projektes werden erstmals die regionalen Auswirkungen von Sonnenstürmen auf das Magnetfeld in Österreich ermittelt. Die SchülerInnen sind an Aufbau und Betreuung der Mess-Stationen ebenso beteiligt wie an der Analyse und Visualisierung der Daten. Feldmessungen wie im Vulkanland liefern einen Eindruck über die starke Veränderlichkeit des Magnetfeldes der Erde.
Die Messungen im Vulkanland
Am Freitag, 11. April 2014, waren alle an „Sparkling Geomagnetic Field“ beteiligten SchülerInnen im steirischen Vulkanland. Mit einem Spezialbohrer der MontanUni Leoben wurden in einem Steinbruch in Klöch Gesteinsproben entnommen. Es handelt sich um Lavagestein, das zwischen ein und zwei Millionen Jahre alt ist. Beim Erstarren der Lava richteten sich die Teilchen wie kleine Kompassnadeln nach dem damaligen Magnetfeld aus. Die SchülerInnen konnten somit bestimmen, wie das Magnetfeld der Erde damals ausgerichtet war und wo die Unterschiede zu heute liegen.
Unterstützt wurden die SchülerInnen bei den Bohrungen und Analysen von den Geomagnetik-ExpertInnen der ZAMG Roman Leonhardt, Barbara Leichter und Rachel Bailey, von Franz Pusterwallner und Yvonne Fleischhacker von der MontanUni Leoben und vom Landesgeologen der Steiermark Ingomar Fritz.
SchülerInnen bei Fach-Tagungen
Ein Teil von „Sparkling Geomagnetic Field“ ist auch die Präsentation der Forschungsergebnisse durch die SchülerInnen bei internationalen Fach-Tagungen sagt der Projektleiter Roman Leonhardt von der ZAMG: „Die Schüler haben ihr Projekt im März in Karlsruhe bei der Jahrestagung der Deutschen Geophysikalischen Gesellschaft präsentiert und in drei Wochen sind sie beim großen internationalen Kongress für Erdwissenschaften der EGU in Wien. Sie sind also in den gesamten Forschungsablauf eingebunden, von der Messung über die Auswertung bis zur Präsentation vor Fachkollegen.“
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Web-Links
Sparkling Geomagnetic Field:
www.facebook.com/SparklingGeomagneticField
www.sparklingscience.at/de/projekte/620-sparkling-geomagnetic-field
ZAMG allgemein:
www.zamg.at und www.facebook.com/zamg.at
Am Projekt beteiligte Schulen:
www.bg-sillgasse.tsn.at
www.gymtamsweg.at
www.akademisches-graz.at