08.04.2020
Feuerkugel über Österreich wurde seismisch registriert
Feuerball über Österreich
Am Montag, den 6. April 2020 wurde um etwa 15:35 Uhr MESZ in weiten Teilen Österreichs sowie in Süddeutschland, Slowenien, Italien und der Schweiz ein Meteor am Himmel gesichtet. Der Feuerball konnte nicht zuletzt wegen des klaren Himmels von besonders vielen Menschen beobachtet werden. Aufgrund von hunderten Meldungen wurde die Flugbahn rekonstruiert (https://fireball.amsmeteors.org/members/imo_view/event/2020/1591), demnach verlief sie etwa von Westen nach Osten. Nach Abschätzung von Ludovic Ferriere, Experte am Naturhistorischen Museum Wien, dürfte sie südwestlich bis südöstlich der Stadt Salzburg geendet haben. Das Ereignis wurde auch von der Station des FRIPON radio network am Dach des Naturhistorischen Museums registriert.
Die Atmosphäre - Schutzschild der Erde
Wenn Gesteinskörper aus dem Weltall (Meteoroide) in die Erdatmosphäre eintreten, werden sie sehr stark gebremst, was einen explosionsartigen Knall verursacht. Durch Reibung infolge der hohen Dichte der Luft kommt es zu eine starken Erhitzung, die Gesteinsbrocken beginnen zu glühen und es entsteht eine Leuchterscheinung (Meteor, Feuerball). Je nach Größe und Material des Objekts verdampft das Gestein in der Atmosphäre oder fällt in Form von größeren oder kleineren Teilen auf die Erdoberfläche (Meteorite).
Registrierung an seismischen Stationen
Der Erdbebendienst der ZAMG konnte an mehreren seismischen Stationen die Druckwelle registrieren, die beim Eintritt des Meteoroiden in die Atmosphäre entstanden ist. Folgende Abbildung zeigt das Signal an der Station LESA bei Leogang, Salzburg.
Registrierung des Meteors vom 6. April 2020 an der ZAMG-Station LESA bei Leogang, Salzburg.
Mithilfe der Signale mehrerer Breitbandstationen der ZAMG und unter Verwendung der Daten einiger Stationen, die vom Bayerischen Erdbebendienst (LMU München) und vom Geoforschungszentrum Potsdam im Rahmen der Projekts AlpArray (http://www.alparray.ethz.ch/en/home/) in Österreich errichtet wurden, war es möglich, den Ort des Eintritts in die Erdatmosphäre bzw. der Detonation (Schallauslösung) im Raum südwestlich von Salzburg zu lokalisieren.
Die Abbildung zeigt die Aufzeichnung der Druckwelle des Meteors vom 6. April 2020 an mehreren Stationen in den Bundesländern Salzburg, Tirol und Kärnten. Die Stationen LESA, SOSA, KBA, ABTA und WTTA gehören zum seismischen Netz der ZAMG, die anderen wurden im Rahmen des Projektes AlpArray vom Bayerischen Erdbebendienst und dem Geoforschungszentrum Potsdam temporär errichtet.
Das Naturhistorische Museum ersucht die Bevölkerung um Wahrnehmungsberichte unter folgendem Link: http://nhm-wien.imo.net/
Der Erdbebendienst der ZAMG
Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik
1190 Wien, Hohe Warte 38
Telefon: +43 1 360 26 2508
E-Mail